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Politische Bildung und Demokratiebildung in der Schule stehen vor der Herausforderung, jungen Menschen demokratische Kompetenzen zu vermitteln, ohne die Widersprüchlichkeit politischer Realität zu vernachlässigen. Besonders im Kontext politischer Beteiligung erfahren Schüler/innen neben Selbstwirksamkeit auch Zurückweisung, Machtasymmetrien und normative Spannungen. Solche Ambiguitätserfahrungen sind kein Defizit, sondern konstitutiv für politische Lernprozesse in einer pluralen Demokratie. Der Beitrag stellt den Ansatz Service-Learning/Lernen durch Engagement als eine Methode vor, die solche Erfahrungen pädagogisch fruchtbar macht. Es wird aufgezeigt, wie Service-Learning Lerngelegenheiten für demokratisches Engagement schafft, Ambiguitätstoleranz fördert und insbesondere durch strukturierte Reflexion zur Entwicklung von Demokratiekompetenzen beiträgt. Abschließend werden praxisorientierte Empfehlungen für die Umsetzung im schulischen Kontext formuliert.Stichwörter: Service-Learning, Lernen durch Engagement, Demokratiekompetenzen, Ambiguitätstoleranz, Reflexion
Die Beteiligung von Schüler/innen ist zu einem Schlüsselbegriff für Veränderungen in der Leistungsbeurteilung geworden. Wir zeigen an zwei Schulbeispielen aus dem Netzwerk der Preisträgerschulen des Deutschen Schulpreises auf, in welcher Weise Jugendliche an der Planung ihres Lernens beteiligt werden, wie sie Rückmeldungen mitbestimmen, ihre Lernaktivitäten auswerten und sich in neuer Prüfungskultur erproben. Die Leistungsbeurteilung überwindet dann die begrenzte Notengebung. Differenzierung, Kommunikation, Verantwortungsübernahme und Mitbestimmung der Lernenden können angstfreie Räume für Leistungsnachweise öffnen.Stichwörter: Partizipation, selbstständiges und kollaboratives Lernen, kompetenzorientierte Rückmeldeformate, Notenfreiheit, neue Prüfungskultur
Wie soll Demokratielernen im Politikunterricht aussehen? Was sind Gelingensbedingungen für guten und wirksamen Politikunterricht? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt des Beitrags. Anders als andere Unterrichtsfächer beschränkt sich das Unterrichtsfach Politik nicht auf den Erwerb von Kompetenzen, sondern hat vor allem politische Urteilsbildung zum Ziel und soll zu politischer Mündigkeit führen. Befragte Expert/innen leiten aus Theorie, Empirie und Unterrichtserfahrung praxisorientierte Möglichkeiten für die Gestaltung eines Politikunterrichts ab, der dem Demokratielernen verpflichtet ist.Stichwörter: Demokratielernen, Wirksamer Politikunterricht, Qualitätsvoller Politikunterricht, politische Urteilsbildung, Demokratiebildung
Eine politische Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) zielt darauf ab, die politische Dimension von Nachhaltigkeit zu betonen und Lernende zur kritischen Analyse sowie aktiven Gestaltung einer demokratischen Gesellschaft zu befähigen. Dabei geht es nicht nur um die Vermittlung von Wissen über ökologische, ökonomische und soziale Zusammenhänge, sondern auch um ein kritisches Hinterfragen von Machtstrukturen sowie ein Verständnis von gesellschaftlichen Aushandlungsprozessen. Sie betont dabei die Notwendigkeit politischer Maßnahmen für eine nachhaltige Entwicklung, um gemeinschaftliche gesellschaftliche Transformationen zu ermöglichen und zu gestalten.Stichwörter: Bildung für nachhaltige Entwicklung, BNE, Nachhaltigkeit, politische Bildung, Transformation, Mündigkeit
Im Beitrag wird das Potenzial von Spieldesign und Spielen für Demokratie lernen erörtert. Mit „Snaddering“ (Davis & Schwarz 2019, 2020) wird eine einfache, analoge Methode vorgestellt, mit der Laien mit wenig Materialien in kurzer Zeit Brettspiele erfinden, gestalten und spielen können. Zudem werden Einblicke in das digitale Game Design mit Hilfe Künstlicher Intelligenz und dem kostenlosen Open-Source-Tool Twine gegeben, mit dem interaktive Spiel- und Lernarrangements entwickelt werden können. Beide Vorgehensweisen eignen sich für den Schulkontext sowie die außerschulische politische Bildung, können genauso aber auch in anderen Bereichen (u. a. Soziale Arbeit) mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen wie auch generationenübergreifend zur Anwendung kommen.Stichwörter: Demokratiebildung, Game-Based Learning, Künstliche Intelligenz, Snaddering, Spiele, Spieldesign, Spielend lernen, Twine
Die rechtsextremen Reden von Björn Höcke werden beispielhaft mit Schüler/innen kritisch linguistisch analysiert und auf ihre Wurzeln hin befragt. Die Untersuchung zeigt deutlich die ideologischen Hintergründe auf, um hierdurch Möglichkeiten für Schüler/innen zu eröffnen, sich selbsttätig ein Bild von Höckes Ideologie und deren Wurzeln zu machen. So können sie sich ein reflektiertes Urteil bilden und einen Schritt zur eigenen Mündigkeit starten.Stichwörter: AfD, politische Positionen, Rassismus, rhetorische Strategien, ideologische Sprachstile und -formen
Blume interpretiert die gegenwärtige Vor-Urteilslage aus der aktuellen Bedrohungslage von Jüd/innen seit dem 7. Oktober 2023 – auch in Deutschland. Er verweist auf Vor-Urteile, die tief in vielen sozialen Milieus verwurzelt sind, vor dem Gaza-Konflikt.Stichwörter: Vor-Urteile, Verschwörungs-Erzählungen, Hate Speech, Sicherheitslage von Jüd/innen in Deutschland, Staatsvertrag des Landes Baden-Württemberg
Die Jahresinhaltsverzeichnisse der einzelnen Jahrgänge der Fachzeitschrift Lehren & Lernen (auswählbar über die Optionen) geben einen Überblick über alle Themen, Autoren und Fachartikel. Sie können das jeweilige Jahresinhaltsverzeichnis direkt über den Reiter Downloads herunterladen.
Die UN-Kinderrechtskonvention bietet mit ihren Schutz-, Förder- und Beteiligungsrechten für die Gestaltung von Schule und Unterricht einen normativen Kompass für Verantwortliche in der Administration, Lehrpersonen und weiteres pädagogisches Personal. Über die Beteiligungsrechte wird beispielsweise der Grundsatz verfolgt, dass Kinder als Subjekte wahrgenommen und in alle Entscheidungen eingebunden werden, die sie betreffen. Integriert man dieses Prinzip (gedanklich) in die alltägliche Schulpraxis, dann ergeben sich hieraus in der hierarchisch organisierten Institution Schule Spannungsfelder für die gesamte Organisation, aber auch für die alltägliche Praxis. Spannungsfelder, die sich aus der Beachtung aller drei Rechtsbereiche ergeben, werden in diesem Beitrag exemplarisch diskutiert.Stichwörter: Kinderrechte, Schutz, Förderung, Beteiligung, Unterricht
Der Beitrag entfaltet Freiheit im Kontext der schulischen Inklusion. Die im Inklusionsdiskurs marginale Reflexion von Freiheit als Bedingung von Inklusion wird auf der Basis von fünf philosophischen Freiheitsverständnissen vorgenommen und auf die Praxis des gemeinsamen Lernens bezogen. Dabei werden Voraussetzungen und Chancen von Freiheitsaspekten für Lehrende und Lernende im Blick auf Freiheitsrechte, Diskriminierungsfreiheit, Selbstbestimmungsfreiheit, Handlungs- und Kommunikationsfreiheit sowie Bedürfnisfreiheit herausgearbeitet.Stichwörter: Freiheit, Inklusion, Antidiskriminierung, Schule, Lehren & Lernen
Pädagogische Freiheit innerhalb der vorhandenen Vorgaben wird oft im Schulalltag als eine Balance zwischen Willkür und Pflichterfüllung wahrgenommen. Dabei unterliegt die Ausübung der pädagogischen Freiheit der professionellen pädagogischen Haltung mit einem hohen Anspruch an den beruflichen Ethos. Mit Blick auf die Schüler/innen ist die pädagogische Freiheit von einer Ethik der Menschlichkeit bestimmt, verbunden mit der Zielsetzung: die bestmögliche Erziehung und Bildung für alle Schüler/innen zu erreichen und mit einer qualifizierten und zukunftsorientierten Bildungsarbeit die Gesellschaft zu unterstützen.Stichwörter: Freiheit, Willkür, Toleranz, Haltung, Maßstäbe, Erziehung und Bildung, Pädagogik, Professionalität, Auftrags- und Rollenklarheit
Die Entwicklung zu Mündigkeit und Selbstständigkeit kann als breiter bildungspolitischer wie pädagogischer Konsens angesehen werden. Am Beispiel der Neugestaltung eines Seminars an einer Pädagogischen Hochschule in der Schweiz zeigt dieser Beitrag auf, was es heißen kann, wenn Dozierende Verantwortung abgeben und mehr Partizipation von Studierenden vorsehen. Zur Selbst- und Mitbestimmung gesellt sich Verantwortung. Diese kann, wie der folgende Beitrag zeigt, auch in Lehr-/Lernkontexten zu mehr Freiheit führen, aber auch Herausforderungen mit sich bringen.Stichwörter: Partizipation, Verantwortung, Hochschullehre
Wie kann in der Schule die Beurteilungspraxis demokratisiert werden? Dieser Beitrag zeigt, wie Lehramtsstudierende die summative Beurteilung ihrer Leistung mitbestimmen können. Sie erleben dabei Demokratisierungsprozesse in einem existenziellen Kontext. Die Erkenntnisse aus diesem Aktionsforschungsprojekt weisen darauf hin, dass eine solche Beurteilungspraxis grundsätzlich möglich ist, jedoch von allen Beteiligten einiges abverlangt.Stichwörter: Partizipation, Beurteilung, Demokratiepädagogik, Lehramt
Die Kinder- und Jugendhilfe hat sich in den vergangenen 20 Jahren im außerunterrichtlichen Bereich von Ganztagsschulen etabliert. Zu ihren zentralen Prinzipien gehört die Freiwilligkeit, die sowohl auf die Frage der Teilnahme an den Angeboten zielt, als auch darauf, wie diese inhaltlich gefüllt werden. Im Beitrag wird thematisiert, wie die Rahmenbedingungen der Ganztagsschulen diese Freiwilligkeit begrenzen und die Kinderund Jugendhilfe damit vor ein Dilemma stellen.Stichwörter: Kinder- und Jugendhilfe, Kinder- und Jugendarbeit, Ganztagsschule, Freiwilligkeit, Partizipation, Aufsichtspflicht
Im 21. Jahrhundert sind Schulen zur kontinuierlichen Weiterentwicklung gezwungen. Schulentwicklungsprozesse verliefen jedoch oft schleppend und mit geringer Nachhaltigkeit. Dieser Beitrag untersucht das Spannungsfeld zwischen pädagogischer Freiheit und dem deputatsbasierten Arbeitszeitmodell als zentrale Faktoren. Es wird argumentiert, dass pädagogische Freiheit als Motor für Innovationen dient und gleichzeitig pädagogische Verantwortung impliziert.Stichwörter: Pädagogische Freiheit, pädagogische Verantwortung, Lehrkräfte, Lehrpersonen, Schulentwicklung, Arbeitszeit, Deputat
Im Rahmen der kulturellen Bildung bietet das Fach Kunst die Möglichkeit, emotionsbasierte Lernräume zur Klimakrise zu gestalten, indem über das Medium Bild die komplexe Wirklichkeit in partizipativen und erforschenden Lernprozessen auf einer ästhetischen Ebene begreifbar gemacht wird. Das Projekt mit dem Arbeitstitel Mit der KlimaBilderBox bestärkende Zukunftsperspektiven fördern eröffnet Lernenden einen künstlerisch-kreativen Zugang zur Klimakrise und ihren Klimaemotionen und soll in verschiedenen Settings des Bildungssystems verankert werden.Stichwörter: Klimabildung, Kunstunterricht, Fotografie, emotionsbasiertes Lernen, ästhetisches Lernen, kulturelle Bildung, Klimaemotionen, Klimaresilienz
Theoretische und empirische Erkenntnisse zeigen, dass die Schulkultur einen Dreh- und Angelpunkt der Schulentwicklung darstellt. In diesem Beitrag wird die Schulneugründung der SiG Bildungszukunft beschrieben, die von der zu etablierenden Schulkultur her entwickelt wurde. Im Beitrag wird das Konzeptelement „Stark im Leben“ exemplarisch vorgestellt. Das Vorgehen zeigt sowohl den Weg als auch die Vorteile auf, Schulkulturen gezielt zu implementieren.Stichwörter: Schulkultur, Schulneugründung, Oberflächen- und Tiefenstrukturen, Schlüsselkonzepte
Die ERS zeigt, wie in „bestehenden Rahmenbedingungen“ mit kooperativer Anstrengung eine schülerorientierte Bildung gelebt werden kann. Verschiedene Möglichkeiten werden aufgezeigt und durchbuchstabiert.Stichwörter: Leitbild: Offenheit, Partizipation, Kooperation, Rahmenbedingungen, Schulgebäude, neues und smartes Lernen: TheA, Roter Salon, LEBEN, Lernentwicklungsberichte statt Noten
Im Gespräch mit der Schulleitung gelingt ein Blick hinter die Kulissen der gelingenden Schulkultur und deren Kommunikationsstrukturen. Die Öffnung der Schule ermöglicht Teilhabe der Schüler/innen auf vielen organisatorischen und kommunikativen Ebenen. Erstaunlich die Öffnung und Erweiterung des pädagogischen Blickwinkels zugunsten der Lernerfolge der Schüler/innen und Lehrer/innen. Ein Leuchtturm inmitten turbulenter schulischer Umgebung.Stichwörter: Ankommen in der Schule, Inklusion, Profilbildung, Lernatelier: individuelles/kooperatives Lernen, Lernkaskade
Eine Grundschule ohne Noten arbeitet mit Kompetenzrückmeldungen und einem reformpädagogisch-neuronalen Mindset für eine individuell-differenzierte Schüler/innen-FörderungStichwörter: verbale Rückmeldung statt Noten, Entgrenzung der Klassen, Individualisierung und Differenzierung, multiprofessionelle Kooperation
Im Artikel wird gezeigt, welche Bedeutung und Vorteile Tiere für das Schul-Leben haben.Stichwörter: Tiere in der Schule, Wirkungen, Schüler/innen-Tätigkeiten, Motivation
In immer mehr Schulen weltweit wird der Hund als Co-Pädagoge und Unterstützung im Unterricht eingesetzt. Der Schulhund fördert nicht nur eine entspannte Lernatmosphäre, sondern hilft auch dabei, emotionale und soziale Kompetenzen der Schüler/innen zu stärken. Insbesondere bei Kindern mit Ängsten oder sozialen Herausforderungen spielt der Hund eine Schlüsselrolle als Vertrauensquelle und „Eisbrecher“. Der Labrador „Balou“ ist ein gutes Beispiel dafür, wie Tiere als pädagogischer Begleiter im Schulalltag wirken und die Schüler/innen in ihrer persönlichen und sozialen Entwicklung unterstützen können.Stichwörter: Schulhund als Co-Pädagoge, Kommunikation mit Hund, positive Auswirkung auf Kinder
Der Artikel beleuchtet die aktuellen Herausforderungen des deutschen Schulsystems und zeigt praxisnahe Wege auf, wie Schulen trotz struktureller Hürden und wachsender Belastungen erfolgreich gestaltet werden können. Im Zentrum stehen sechs Überzeugungsmuster, die Schulleitungen und Lehrkräfte dabei unterstützen, ihre Handlungsspielräume kreativ, kraftvoll und klar zu nutzen: die Überzeugung von Eigenverantwortung, die Kraft der Resilienz, der Glaube an Stärkenorientierung, die Haltung eines freudvollen und sinnstiftenden Lernens, der bewusste Umgang mit Konflikten und Widerstand sowie die Überzeugung von der Bedeutung eines gemeinsamen „Wofür“. Anhand konkreter Beispiele und Reflexionen wird deutlich, wie nachhaltige Schulentwicklung durch partizipative Prozesse, innovative Unterrichtskonzepte und eine positive Schulkultur gelingen kann. Der Beitrag ermutigt dazu, Veränderungen aktiv anzugehen und die Schule als lebendigen Ort des gemeinsamen Lernens und Wachsens zu verstehen.Stichwörter: Schulentwicklung, Handlungsspielräume, Resilienz, Schulkultur, Führung in Schulen, Innovation im Unterricht, Partizipation, Bildungsreform, Lehrerbelastung, Schulorganisation
Die existenzielle Bedrohungslage durch den Klimawandel erfordert eine zeitgemäße Klimabildung, mit welcher neben wissenschaftlichen und technologischen Bildungsaspekten die emotional-soziale Ebene des Klimaschutzes und von Anpassungsmaßnahmen zur Klimakrise in formalen Lehrvorgaben zentriert werden muss. Erkenntnisse aus der Klimapsychologie unterstreichen das Erfordernis, Lernprozesse zur Auseinandersetzung mit Klimaemotionen und dem Aufbau von Klimaresilienz als feste Bildungsaspekte zu etablieren, um bei jungen Menschen Handlungsfähigkeit und -motivation im Klimaschutz zu fördern.Stichwörter: Klimabildung, emotionsbasiertes Lernen, Klimapsychologie, Klimaemotionen, Klimaresilienz
Im Artikel wird für ein vermehrtes pädagogisches Engagement für den Kindergarten und die Grundschule geworben. Kulturelle, sprachliche und medizinische Inklusion ist ohne eine pädagogische Wende nicht erreichbar.Stichwörter: Sprachbad, Teilhabeunterschiede, verpflichtendes Kindergarten-Jahr, inklusive Förderung, Zukunfts-Investition
Der vorliegende Beitrag spannt einen Rahmen zwischen Entwicklungen der schulpädagogischen Forschungsansätze der vergangenen Jahre und den Herausforderungen im Alltag der Schulen vor Ort. Vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Entwicklungen skizziert der Autor Kernbotschaften für Schulentwicklung in einer Kultur der Digitalität – zwischen Referenzrahmen Schulqualität und den Prozessen der Digitalisierung.Stichwörter: Kultur der Digitalität, Digitalisierung, Schulentwicklung, Schulpädagogik
In nahezu allen Bundesländern sind mittlerweile Referenzrahmen für Schul(system)qualität eingeführt. Den Anfang machte Hessen (und nahm damit eine wichtige Vorreiterrolle ein) schon 2011. Baden-Württemberg folgte 2023. Damit hat sich die Bildungspolitik ein weiteres wichtiges Steuerungsinstrument zugelegt. Neben dem Bildungsplan (was Schüler/innen am Ende können sollen) steht nun der Referenzrahmen, der den Schulen – zunächst einmal sehr plakativ gesprochen – sagt, worauf es ankommt.Stichwörter: Referenzrahmen, Schulqualität, Schulentwicklung
Um gemeinsam Ziele zu erreichen, ist es für das gesamte Schulsystem wichtig, Entscheidungen datenbasiert zu treffen. Dafür ist es wichtig, dass nicht nur auf einer Ebene, sondern auch über die Ebenen hinweg zusammengearbeitet wird – immer mit dem Bezugspunkt, das Lernen aller Schüler/innen besser zu unterstützen. Wie dies auf Grundlage von Daten gelingen kann, zeigt der vorliegende Beitrag.Stichwörter: Schulsystementwicklung, datengestützte Schulentwicklung, Datenkultur, Datenkompetenz
Referenzrahmen Schulqualität, Schuldatenblatt, Statusgespräche zwischen Schulaufsicht und Schulleitung, Zielvereinbarungen – der Instrumentenkasten zur Verbesserung der Qualität schulischer Bildung scheint gut gefüllt. Aber sind die Instrumente auch wirksam und führen sie zu mehr Qualität? Die Ergebnisse in Vergleichserhebungen zu schulischen Leistungen lassen Zweifel daran aufkommen.Stichwörter: Datengestützte Qualitätsentwicklung, Statusgespräche mit Ziel- und Leistungsvereinbarungen, Schuldatenblatt
Der vorliegende Beitrag plädiert für die Bedeutung von „Lücken“ und „Zwischenräumen“ in Bildung und Lebensgestaltung. Anhand des Beispiels der Alemannenschule Wutöschingen zeigt er, wie weniger Unterricht, mehr Zeit für Beziehungen und selbstorganisiertes Lernen zu außergewöhnlichen Ergebnissen führen. Der Autor kritisiert eine auf bloße Wissensvermittlung und Fehlervermeidung ausgerichtete Pädagogik und betont die Notwendigkeit von „Resonanz“, „Kreativität aus dem Nichts“ und dem Zulassen von Unsicherheit für die Entstehung von Zukunft und individueller Entfaltung.Stichwörter: Lücken in der Bildung, Alemannenschule Wutöschingen, Beziehungsfokus, Selbstorganisiertes Lernen, Kreativität, Entfaltung
Dieser Beitrag stellt das Projekt WEICHENSTELLUNG vor, das seit dem Schuljahr 2013/14 an drei Standorten in Deutschland an der Schnittstelle von schulischem Alltag, der Ausbildung von Lehramtsstudierenden sowie der wissenschaftlichen Begleitung durchgeführt wird. Ein besonderes Augenmerk des Projektes liegt auf der Förderung sozial benachteiligter Schüler/innen.Stichwörter: WEICHENSTELLUNG, Transitionen, Chancengleichheit, Bildungsgerechtigkeit Schüler/innen, Mentees, Mentoren
Die Chancen, aber auch Risiken der Individualisierung haben den ländlichen Raum erreicht, in dem viele Familien seit Generationen beheimatet sind. Gesellschaftliche Veränderungen, bedingt beispielsweise durch temporäre Zu- und Wegzüge, spiegeln ein gewachsenes Verständnis dafür wider, individuelle Lebensentwürfe auch in traditionell geprägten Gemeinschaften verwirklichen zu können. Die IGS Salmtal greift diese Entwicklungen auf, um ihre Schüler/innen für ein Leben in der individualisierten Gesellschaft zu stärken.Stichwörter: Individualisierung, Schulentwicklung, Schulen in ländlichen Regionen, Integrierte Gesamtschule, Schwerpunktschule, Ganztagsschule, Schulgemeinschaft
Die Schulaufsicht ist ein selbstverständlicher Teil unseres Bildungssystems und gleichzeitig ein noch zu wenig beachteter und beteiligter Akteur, wenn es darum geht, Schulen bei ihrer Qualitätsentwicklung zu unterstützen. Dabei kann Schulaufsicht mit ihrer Expertise einen wesentlichen Beitrag dazu leisten. Der dafür notwendige Rollenwandel der Schulaufsicht vollzieht sich – in unterschiedlicher Ausprägung – überall in Deutschland. Dieser Beitrag gibt einen Einblick in Erkenntnisse aus dem Programm „LiGa – Lernen im Ganztag“ – einer gemeinsamen Initiative der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung und der Stiftung Mercator, in der vor allem die Zusammenarbeit der schulischen Steuerungsebene im Fokus stand.Stichwörter: Schulaufsicht, Qualitätsentwicklung, Kooperation, Transformation, Rollenwandel
Im Zuge einer Stärkung der Eigenständigkeit von Schulen obliegen der Schulaufsicht neben kontrollierenden Aufgaben mit Blick auf die schulische Einhaltung gesetzlicher Vorgaben zunehmend auch unterstützende Aufgaben, vor allem mit Blick auf die schulische Qualitätsentwicklung, die sie bei der Realisierung ihres Führungsauftrags gegenüber Schulen zu erfüllen hat. Der Beitrag geht der Frage nach, auf welche Weise die Schulaufsicht diesen Führungsauftrag erfüllt, und trägt zu deren Beantwortung Erkenntnisse aus der empirischen Forschung zusammen.Stichwörter: Schulaufsicht, Kontrolle, Unterstützung, Beratung, Führungsstile
Im Rück- und Ausblick auf das Bildungssystem entsteht ein Vergleich zwischen Umsetzungen und erforderlichen Veränderungen, den gesellschaftlichen Anforderungen an das Bildungssystem von Baden-Württemberg gerecht zu werden und eine verantwortungsvolle Bildungschance für alle Kinder und Jugendlichen entsprechend ihrer Kompetenzen und ihrer familiären Voraussetzungen zu bewirken. Schule als einen Lern- und Erfahrungsraum zu gestalten, die das Bestreben hat, den Qualitätsbereichen, festgelegt vom Deutschen Schulpreis, zu entsprechen, damit sie den internationalen Standards standhalten kann. Es benötigt auf allen Ebenen Akteure, die engagiert an einer Veränderung in der Bildungslandschaft zu Gunsten der gesellschaftlichen Zukunft unserer Schüler/innen mitwirken, dies gilt auch für die Schulverwaltung.Stichwörter: Veränderung in der Bildungsadministration, Institute Zentrum für Schulentwicklung und Lehrerfortbildung (ZSL) und für Bildungsanalysen Baden-Württemberg (IBBW), Praxisanpassung, differenziert arbeitende Schularten, Zuständigkeiten, Ressourcen
Steuerung im Bildungswesen ist ein fortwährendes Thema. Es gehört Mut dazu, Bildungsprozesse wirksam zu steuern und tragfähige Visionen zu entwickeln. Personen in der Führung müssen zukünftig professionell ausgebildet werden, um sich den neuen Herausforderungen überlegt, flexibel und klug zu stellen. Es benötigt Menschen, die in einer Organisation bereit sind zu lernen und ihre Wirkung zu reflektieren.Stichwörter: Bildungswesen, Führungsherausforderungen, Lernen, Zukunft, Visionen
Entscheidungen in der Schul- und Bildungsverwaltung sind durch hohe Komplexität, widersprüchliche Erwartungen und dynamische Rahmenbedingungen geprägt. Der Beitrag beleuchtet Entscheidungstheorien sowie Strategien zur Entscheidungsfindung unter Unsicherheit. Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Spannungsfeld zwischen rationaler Abwägung, intuitivem Handeln und wertegeleitetem Entscheiden. Es werden Orientierungspunkte für Führungskräfte skizziert, die helfen können, Entscheidungsprozesse erfolgreich zu gestalten.Stichwörter: Führungskräfte, Entscheidungsmodelle, Leadership, Partizipation
Die Gemeinde Argenbühl hat mit einer konsequent partizipativen Herangehensweise an die Schulentwicklung einen zukunftsweisenden Prozess angestoßen. Dabei wurde bewusst auf die Einbindung der Bevölkerung gesetzt, auch im Wissen um bestehende Widersprüche und Ambivalenzen. Unterstützt durch professionelle Moderation und externe Beratung zielte der Prozess darauf ab, gemeinsam mit allen Akteuren eine tragfähige und langfristig akzeptierte Entscheidung zu finden. Dieses Vorgehen zeigt, wie innovative Beteiligungsformate komplexe Entscheidungsprozesse in Gemeinden erfolgreich gestalten können.Stichwörter: Schulzusammenführung, Gemeindearbeit, Partizipationsprozess, Schulentwicklung, Bürgerbeteiligung, Innovation, Transparenz, Professionalität, Verantwortungsübernahme, Meinungsfreiheit
Die Frage, wie wir mit KI in der Bildung umgehen, ist entscheidend. Dieser Artikel plädiert für einen kompetenzorientierten Ansatz: Prüfungsgespräche, die Schüler ermutigen, KI als sinnvolles Werkzeug für ihre Ideen zu nutzen, und so wichtige Kompetenzen für die digitale Zukunft entwickeln. Praktische Beispiele zeigen, wie dieser Ansatz in der Praxis gelingen kann.Stichwörter: Künstliche Intelligenz, Medienkompetenz, Prüfungsgespräch, Kompetenzorientierung
Schulen müssen gemeinsames Lernen von Kindern mit und ohne Behinderung ermöglichen. Kann der individuelle Unterstützungsbedarf nicht mit internen personellen Ressourcen gedeckt werden, kommt eine externe Akteursgruppe ins Spiel: die Schulbegleitung. Sie soll die Lücke im System schließen und durch Assistenz gleichberechtigte Teilhabe und Eingliederung befördern. In der Praxis stehen Schulbegleitungen jedoch vor erheblichen Herausforderungen. Empirische Daten zeigen, wie wichtig eine Professionalisierung und die Einbindung in das Schulteam sind.Stichwörter: Schulbegleitung, Inklusion, Rollenkonflikte, Professionalisierung
In einer Zeit zahlreicher Krisen, die oft von Unsicherheiten und Fehlinformationen geprägt ist, ist die Förderung junger Menschen zu aktiven, kritischen Bürger/innen wichtig, um lokale Demokratien zu stärken. Dieser Artikel beleuchtet die Rolle von Schulen, insbesondere des Fachs Gemeinschaftskunde, anhand von Interviews und Gruppendiskussionen an einer ländlichen Schule in Baden-Württemberg. Die Ergebnisse zeigen, dass politisches Wissen, Teilnahmefähigkeiten und ein demokratisches Schulklima die Bürgerbeteiligung fördern. Der Artikel gibt zudem praktische Empfehlungen für Lehrkräfte und Schulleitungen.Stichwörter: Gemeinschaftskunde, Bürgerbeteiligung, Unterricht, Bildungsplan, Demokratie
Eine baden-württembergische Grund- und Hauptschule im ländlichen Raum, ohne Perspektive, entwickelt sich zur Gemeinschaftsschule mit überaus erfolgreicher gymnasialer Oberstufe und zur zweifachen Preisträgerin des Deutschen Schulpreises. Der Schulleiter berichtet im Rückblick von den wichtigsten Impulsen, Etappen und Errungenschaften einer Schule, die den Unterricht abschaffte, um das selbstorganisierte Lernen in den Mittelpunkt zu stellen. Ein Lehrstück für Schulentwicklung und Lernkultur, das schon Schule gemacht hat.Stichwörter: Schulentwicklung, Gemeinschaftsschule, Lernkultur, Deutscher Schulpreis, Alemannenschule Wutöschingen, Schickhardt GMS Stuttgart
Der Artikel führt in den aktuellen Stand der Geschichtsdidaktik ein, indem er das Paradigma des narrativen Konstruktivismus entfaltet. Ziel und Methode historischen Lernens ist Kritikfähigkeit, die sich im Umgang mit Überlieferung und eigenen Narrationen beweist. Neu und weiterführend ist der Versuch, über Neugier und das Pathos leerer Vergangenheit Möglichkeitsräume für historisches Denken zu öffnen, die es erlauben, konventionelle Denkmuster zu transzendieren.Stichwörter: Geschichtsschreibung, Geschichtsbewusstsein, Materialität, Befremden, Neugier, Kritik
Das abnehmende Vertrauen in die Handlungsfähigkeit demokratischer Institutionen und zunehmend demokratiefeindliche Einstellungen haben zur Folge, dass an Demokratiebildung, politische Bildung und historische Bildung die Anforderung herangetragen wird, passende Bildungsangebote zur Stabilisierung der Demokratie bereitzustellen. Jedoch liegen Demokratiebildung, politischer Bildung und historischer Bildung unterschiedliche Konzepte und Zielsetzungen zugrunde, die im Folgenden zunächst erläutert und zu bildungspolitischen Strategiepapieren in Beziehung gesetzt werden. Aus der Diskussion des Potenzials historischen Denkens für die Demokratiebildung wird schließlich das Leitbild geschichtskritischer, mündiger Bürger/innen abgeleitet.Stichwörter: Demokratiebildung, historisch Denken, historisch-politische Bildung, Orientierungsfähigkeit, Mündigkeit
Geschichte basiert auf Quellen und erfordert Faktenwissen, methodische Fähigkeiten und Vorstellungskraft, um Zusammenhänge zu erkennen (Pandel 2010). Während Geschichte lange als zu abstrakt für junge oder lernherausgeforderte Kinder galt, geht die Fachdidaktik heute davon aus, dass alle Schüler/innen Geschichtsbewusstsein entwickeln können (Alavi/Franz 2017). Inklusion sollte dabei auch inhaltlich umgesetzt werden, etwa durch Themen wie Disability History, Ethnie oder soziale Ungleichheit. Der Beitrag zeigt, wie inklusives historisches Lernen praxisnah gestaltet werden kann, ohne bestehende didaktische Ansätze grundlegend zu verändern.Stichwörter: Historisches Denken, Didaktik, Inklusion
Die Förderung der geschichtskulturellen Kompetenz ist essenziell, um die Urteilsfähigkeit von Schüler/innen im Umgang mit geschichtskulturellen Darstellungen zu stärken. Bereits in der Grundschule können sie lernen, zwischen glaubwürdigen, falschen und voreingenommenen Informationen zu unterscheiden. Der Beitrag plädiert dafür, durch die Analyse von Objektivationen der Geschichtskultur, wie z. B. Playmobil®-Spielfiguren, die Dekonstruktionskompetenz spielerisch zu fördern und einen reflektierten Umgang mit Geschichte anzubahnen.Stichwörter: Spielzeug, Geschichtskultur, geschichtskulturelle Kompetenz, (in)formelles historisches Lernen
Dieser Beitrag definiert, was im Hinblick auf das Fach Geschichte unter dem Begriff „Mythos“ verstanden werden kann und welche Bedeutung Mythen für den Unterricht haben bzw. welches Potenzial in ihnen steckt. Um dies herzuleiten, werden erstens eine Mythen-Typologie und auf dieser Basis zweitens für den Umgang mit Mythen notwendige Kompetenzen vorgestellt, um den Bildungswert von Mythen ausschöpfen zu können.Stichwörter: Mythos, Verschwörungstheorie, Kompetenzen, Bildungswert, Unterrichtspraxis
In diesem Beitrag wird das Feld der Gedenkstättenarbeit mit Kindern skizziert und hinsichtlich der pädagogischen und didaktischen Praxisanforderungen als Forschungsdesiderat ausgewiesen. Ausgehend von einer Darstellung divergierender Anforderungen an die Gedenkstättenarbeit im Allgemeinen wird eine Forschungsperspektive auf die Spezifik des historisch-politischen Lernens mit Grundschulkindern am außerschulischen Lernort Gedenkstätte entworfen.Stichwörter: Gedenkstättenpädagogik, außerschulischer Lernort, historisch-politisches Lernen, Gedenkstätte
Vor dem Hintergrund der (erst)sprachlichen Heterogenität in vielen Schulklassen sowie der Tatsache, dass Sprache und historisches Lernen eng verwoben sind, präsentiert dieser Beitrag didaktische Implikationen für zweiund mehrsprachiges historisches Lernen im Sachunterricht. Die Unterrichtsvorschläge basieren auf geschichts-, fremdsprachen- und mehrsprachigkeitsdidaktischen Erkenntnissen sowie einer aktuellen Pilotstudie. Sie widmen sich dem begriffskomparativen Lernen etwa mittels der Kontrastierung der Begriffe story und history.Stichwörter: Bilingualer Unterricht, CLIL, Mehrsprachigkeit, Frühes historisches Lernen, komparatives Begriffslernen, Heterogenität
Problemorientierte Einstiege mit einer problemorientierten Leitfrage ermöglichen Sach- und Werturteile im kompetenzorientierten Geschichtsunterricht. Gerade am Beispiel der Frage nach der Umbenennung von öffentlichen Plätzen und Straßen können geschichtskulturelle und erinnerungspolitische Debatten in den Unterricht einbezogen werden. Das unterrichtspraktische Beispiel ermöglicht die Entwicklung einer problemorientierten Leitfrage nach der Umbenennung der Hindenburgstraße am regionalgeschichtlichen Beispiel.Stichwörter: Unterrichtseinstieg, Geschichtsunterricht, Problemorientierung, Kompetenzorientierung, Leitfrage