Lehren & Lernen 1/2025 | Professioneller Umgang mit Mehrsprachigkeit
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Produktinformationen "Lehren & Lernen 1/2025 | Professioneller Umgang mit Mehrsprachigkeit"
Zum Thema dieser Ausgabe:
Professioneller Umgang mit Mehrsprachigkeit
Professioneller Umgang mit Mehrsprachigkeit rückt eine Realität in den Mittelpunkt, die längst zum schulischen Alltag gehört: Viele Kinder und Jugendliche wachsen mit mehr als einer Sprache auf – und bringen damit enorme Potenziale, aber auch spezifische Herausforderungen in den Unterricht mit. Die Ausgabe zeigt, wie Schulen diese Mehrsprachigkeit nicht als „Problem“, sondern als Ressource für Lernen, Identitätsbildung und Teilhabe nutzen können.
Zwischen Anfangsunterricht im Fach Deutsch, Lehramtsausbildung, sprachsensiblen Aufgabenformaten, Grammatikförderung und digitaler Unterstützung durch KI wird deutlich: Professioneller Umgang mit Mehrsprachigkeit ist kein Zusatzprojekt, sondern Querschnittsaufgabe aller Fächer und Schulstufen. Die Beiträge dieses Heftes zeichnen nach, wie Unterricht, Diagnostik und Schulentwicklung gestaltet werden können, damit alle Lernenden sprachlich gestärkt werden – unabhängig davon, welche Sprachen sie mitbringen.
Für wen ist diese Ausgabe ideal?
Diese Ausgabe ist ideal, wenn Sie Mehrsprachigkeit gezielt fördern und sprachsensiblen Unterricht weiterentwickeln möchten. Sie richtet sich an:
- Lehrkräfte der Primar- und Sekundarstufe I, insbesondere in Deutsch und den sprachlich anspruchsvollen Sach- und Fachfächern
- Fach- und Studienseminare sowie Hochschulen, die Lehramtsstudierende auf mehrsprachige Lerngruppen vorbereiten
- Schulleitungen und Steuergruppen, die Sprachbildung als Schulentwicklungsthema verankern wollen
- Pädagogische Fachkräfte in Förderung, DaZ/DaF und Sprachbildung, die Konzepte für einen professionellen Umgang mit Mehrsprachigkeit suchen
Die wichtigsten Inhalte im Überblick
Scaffolding im Anfangsunterricht – den Schriftspracherwerb begleiten
Hanna Sauerborn zeigt in Scaffolding im Anfangsunterricht im Fach Deutsch: den Schriftspracherwerb begleiten, wie unterstützende Gerüste (Scaffolds) Kindern beim Einstieg in Lesen und Schreiben helfen – insbesondere dann, wenn Deutsch nicht ihre Erstsprache ist. Anhand konkreter Beispiele wird deutlich, wie Lehrkräfte sprachliche Hilfen planen, schrittweise zurücknehmen und so eigenständiges Lernen ermöglichen.
Mehrsprachigkeit in der Lehramtsausbildung – Potenziale nutzen
In Mehrsprachigkeit – Potenziale in der Lehramtsausbildung von heute beleuchtet Anny Schweigkofler Kuhn, wie angehende Lehrpersonen auf mehrsprachige Klassenzimmer vorbereitet werden können. Der Beitrag zeigt, welche Haltungen, Kenntnisse und Kompetenzen in der Ausbildung gestärkt werden müssen, damit Lehrkräfte Sprachenvielfalt wahrnehmen, wertschätzen und didaktisch nutzen können – statt sie zu ignorieren oder zu problematisieren.
Aufgaben in sprachsensiblen Unterrichtskontexten – Anforderungen erkennen und gestalten
Die Bedeutung von Aufgaben in sprachsensiblen Unterrichtskontexten. Anforderungen von Aufgaben identifizieren und optimieren (Sarah L. Fornol, Anja Wildemann) nimmt Aufgabenstellungen als Schlüsselmoment in den Blick. Der Beitrag zeigt, wie sprachliche Anforderungen von Aufgaben analysiert und so gestaltet werden können, dass Lernende fachlich gefordert, aber sprachlich nicht überfordert werden.
Sprachsensibler Fachunterricht – Grammatik als Schlüssel
Barbara Krebs argumentiert in Sprachsensibler Fachunterricht: Grammatische Kompetenzen als Schlüssel zur erfolgreichen Aufgabenbewältigung. Warum diskursive Kompetenzen einen grammatischen Boden brauchen, dass sprachliche Bildung im Fachunterricht nicht ohne Grammatik auskommt. Sie zeigt, wie gezielte Arbeit an Strukturen, Satzmustern und Formulierungen fachliche Diskurse erst ermöglicht – und macht deutlich, wie Grammatikförderung in sinnvolle, fachliche Kontexte eingebettet werden kann.
Panorama: Demokratiebildung, Unterstützungssysteme und individuelle Förderung
Im Panorama entfaltet die Ausgabe weitere Facetten professioneller Sprach- und Bildungsarbeit:
- Demokratiebildung an Seminar und Schule(Thomas Haas) zeigt, wie demokratiepädagogische Ansätze in Ausbildung und Schulpraxis zusammengedacht werden können – auch mit Blick auf sprachliche Beteiligung.
- Johannes Baumann fragt in Lernen effektiver machen/Bulimie-Lernen vermeiden, wie Lern- und Prüfungskulturen so gestaltet werden können, dass nachhaltiges Lernen statt kurzfristigem Auswendiglernen gefördert wird – mit unmittelbarer Relevanz für sprachlich anspruchsvolle Lernprozesse.
- Das schulische Unterstützungssystem in Baden-Württemberg (Maike Wörner) gibt einen Überblick über Strukturen und Angebote, die Schulen bei Förderung, Beratung und individueller Unterstützung von Lernenden zur Verfügung stehen.
- Jacqueline Klaiber, Philipp Eigenmann und Axinja Hachfeld beleuchten in Individuelle Förderung in der Sekundarstufe I im Bodenseeraum. Stellenwert und Umsetzung in BW und dem Schweizer Kanton Thurgau, wie individuelle Förderung konkret umgesetzt wird – und welche Rolle dabei sprachliche Voraussetzungen spielen.
Serie: KI – Intelligenz aus der Steckdose – Arbeitserleichterung mit KI?
Im Rahmen der Serie KI – Intelligenz aus der Steckdose stellen Albrecht Wacker, Mario Manzocco und Tobias Bahr in Arbeitserleichterung mit KI? Ein Tool zur Differenzierung und Übersetzung von Aufgabenein digitales Hilfsmittel vor, das Lehrkräften bei der Anpassung und Übersetzung von Aufgabenstellungen unterstützt. Der Beitrag diskutiert Chancen und Grenzen solcher Tools im sprachsensiblen Unterricht – und fragt, wie KI verantwortungsvoll eingesetzt werden kann, ohne professionelle Urteilsfähigkeit zu ersetzen.
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- Konkrete Impulse für sprachsensiblen Unterricht vom Anfangsunterricht bis zur Sekundarstufe
- Fundierte Anregungen, wie Mehrsprachigkeit in Ausbildung, Unterricht und Förderung professionell genutzt werden kann
- Beispiele, wie Aufgaben, Grammatik und KI-Tools Lernprozesse mehrsprachiger Lerngruppen unterstützen
- Perspektiven auf Demokratiebildung, Unterstützungssysteme und individuelle Förderung im Kontext sprachlicher Vielfalt
| Produkttyp: | Zeitschrift |
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Zugehörige Publikationen
Gerade im Anfangsunterricht kann der sprachlichen Heterogenität bei Aufgaben zum Schriftspracherwerb u. a. durch Scaffolding begegnet werden. In diesem Beitrag werden einige Beispiele aus dem Anfangsunterricht herausgegriffen, in denen es auch um die Frage geht, wie die sprachlichen Ressourcen der Lernenden für das Lernen genutzt werden können.Stichwörter: Schriftspracherwerb, DaZ, Scaffolding, KOMET-Modell
In diesem Beitrag wird aufgezeigt, wie der Umgang mit Mehrsprachigkeit als Teil der Lehramtsausbildung an einer Pädagogischen Hochschule (Baden-Württemberg) gestaltet ist. Aufgezeigt wird dies an Potenzialen, die – auch in Studierenden und Lehrenden selbst liegend – aus den Rahmenbedingungen einer Hochschule gewonnen werden können.Stichwörter: Normalfall, Deutsch als fremde Sprache, physische und virtuelle Mobilität
In jedem Fachunterricht erhalten die Schüler/innen Aufgaben, die sie bearbeiten sollen. Aufgaben stehen aber nicht für sich, sondern sind eingebettet in den fachlichen Lerngegenstand und das Unterrichtsgeschehen. Sie sollen sich zudem an die Voraussetzungen und Kompetenzen der Schüler/innen anpassen, um Lernentwicklung, und letztlich Lernerfolge, zu ermöglichen. Wie Lehrkräfte kognitive und sprachliche Anforderungen von Aufgaben einschätzen und an ihre Lerngruppe anpassen können, wird in diesem Beitrag aufgezeigt.Stichwörter: sprachsensibler Unterricht; sprachliche Anforderungen; Aufgaben; Passung
Gerade in Zeiten von Populismus und Europaskepsis ist es eine der Hauptaufgaben von Schulen, das Demokratiebewusstsein der Schüler/innen zu stärken. Das Kultusministerium Baden-Württemberg hat eine schulartübergreifende Konzeption zur Stärkung der Demokratiebildung an den Schulen in Baden-Württemberg entwickelt. Kernelement ist hierbei der „Leitfaden Demokratiebildung“. Der folgende Text stellt dar, wie Demokratiebildung in die Ausbildung künftiger Lehrkräfte am Seminar für Ausbildung und Fortbildung der Lehrkräfte Mannheim implementiert ist, und zeigt anhand konkreter Beispiele aus der Feudenheim-Realschule Mannheim, inwiefern Demokratiebildung im Unterrichtsalltag ihren Platz findet.Stichwörter: Leitfaden Demokratiebildung, Lehrkräfteausbildung, Demokratiecurriculum, außerschulische Lernorte, Kooperationen
Der folgende Beitrag geht von dem leider sehr weit verbreiteten und immer wieder beklagten Phänomen des sog. Bulimie-Lernens aus und versucht auf zwei Ebenen Antworten zu skizzieren auf die Frage, wie das Lernen möglichst nachhaltiger – auch ohne vermehrten Druck, ohne ein Anwachsen von Stress im System Schule – gestaltet werden kann. Auf der ersten Ebene wird gefragt, was Schulen und Lehrer/innen schon heute, sozusagen sofort tun können. Auf der zweiten Ebene werden teils noch fremd anmutende Vorschläge skizziert, wie die (Bildungs-)Politik die Weichen für effektives Lernen in der Zukunft stellen müsste. Ohne tiefgreifende und mutige Veränderungen und Innovationen wird es schwer, sich vorzustellen, wie die Bildung in eine gute Zukunft geführt werden kann.Stichwörter: effektives und nachhaltiges Lernen, Bulimie-Lernen, Projektarbeit, Deeper Learning, Bildungsplan, Fächerkanon, Stofffülle
Mit dem bildungspolitischen „Auftrag“, dass jedem Kind eine angemessene, faire Bildung jenseits der milieutypischen Determinierung ermöglicht wird, bietet das Land Baden-Württemberg mit seinen unterschiedlichen Anlaufstellen Fördermöglichkeiten, Fortbildungen, Begleitungen, Informationen und damit vielfältige Unterstützungsmöglichkeiten an. Diese werden hier exemplarisch aufgeführt.Stichwörter: Förderung, ASKO, Ansprechpartner/innen, ZSL, Fachberatung, Beratungslehrer/innen, Schulpsycholog/innen, Präventionsbeauftragte
Durch individuelle Förderung soll der Heterogenität in Schulklassen begegnet werden, so eine bildungspolitische Forderung. Der Beitrag analysiert den Stellenwert und die Umsetzung von individueller Förderung in der Sekundarstufe I in zwei benachbarten Ländern im Bodenseeraum: Baden-Württemberg und dem Schweizer Kanton Thurgau. Ergebnisse einer Dokumentenanalyse und Interviews mit sechs Lehrpersonen zeigten Unterschiede trotz geografischer Nähe und ähnlicher Bildungsstrukturen. Baden-Württemberg zeichnet sich durch einen hohen Stellenwert von individueller Förderung in bildungspolitischen Dokumenten aus, hat aber einen Nachholbedarf gegenüber den innovativen Praktiken in der Schweiz. Der Vergleich ermöglicht einen Ausblick auf Handlungsoptionen für Lehrpersonen.Stichwörter: individuelle Förderung, Bildungsgerechtigkeit, Sekundarstufe I, Baden-Württemberg, Kanton Thurgau
Der Beitrag stellt ein KI-basiertes Tool zur Unterrichtsplanung vor und lädt die Leser/innen zum Ausprobieren ein. Das Tool ermöglicht auf der Grundlage von ChatGPT-4 eine Aufgabendifferenzierung in unterschiedliche Schwierigkeitsgrade und beinhaltet auch die Möglichkeit, Aufgaben in andere Sprachen zu übersetzen.Stichwörter: Unterrichtsplanung, Aufgabendifferenzierung, KI, Übersetzung
Dieser Artikel hat zum Ziel, anhand eines exemplarischen Beispiels aus dem Unterrichtsalltag zu zeigen, wie wichtig sowohl grammatische als auch diskursive Kompetenzen für die Bewältigung fachbezogener Aufgaben sind, insbesondere für mehrsprachige Lernende. Auf dieser Grundlage werden Anforderungen an Fortbildungskonzepte herausgearbeitet, die die Lehrpersonen befähigen, ihre eigenen grammatischen Kompetenzen zu erweitern und ihren Unterricht sprachsensibel zu gestalten.Stichwörter: Sprachsensibler Fachunterricht, diskursive Kompetenzen, grammatische Kompetenzen